
FÉDÉRATION INTERNATIONALE DES RÉSISTANTS (FIR) - ASSOCIATION ANTIFASCISTE Berlin, 28.12.2009
Ungarische Neofaschisten bedrohen den Vizepräsident der Internationalen
Föderation der Widerstandskämpfer (FIR)
Vilmos Hanti, Präsident des ungarischen Verbandes der Widerstandskämpfer und
Antifaschisten – demokratische Union (MEASZ) und Vizepräsident der
Internationalen Föderation der Widerstandskämpfer (FIR) – Bund der Antifaschisten
wird durch militante Neofaschisten bedroht.
Nach einer Gedenkveranstaltung am 23. Dezember 2009 für Endre Bajcsy-Zsilinszky
und weitere ungarische Patrioten, die vor 65 Jahren durch die Faschisten ermordet
wurden, drohte die neofaschistische Internetseite „HUNHIR.HU“, die eng mit den
verbotenen „Ungarischen Garden“ verbunden ist, mit Gewalt gegen Vilmos Hanti.
Man werde „die jüdische Ratte“ früher oder später erwischen und ihn in ein wieder
eröffnetes Konzentrationslager verschleppen, heißt es auf der Internetseite. In den
gut 50 Leserkommentaren gehen die Angriffe noch weiter. Er solle nicht in ein
Arbeitslager, sondern müsse gehenkt werden, lauten konkrete Drohungen.
Wenn man bedenkt, dass die neofaschistische Szene in Ungarn in den vergangenen
Monaten für zahlreiche Gewalttaten verantwortlich ist, dann können solche Angriffe
nicht auf die leichte Schulter genommen werden. Die FIR fordert daher von den
ungarischen Behörden, dass die Verantwortlichen der Internetseite zur Rechenschaft
gezogen werden. Gewaltdrohungen und menschenverachtende Hetze stehen nicht
unter dem Schutz der Meinungsfreiheit.
Die FIR versichert ihrem Vizepräsident und dem ungarischen Mitgliedsverband ihre
Unterstützung und wird ihr Eintreten gegen alle Formen von Neofaschismus,
Rassismus und Antisemitismus verstärken.
Für den Exekutivausschuss der FIR
Dr. Ulrich Schneider
Generalsekretär
Lieber Dr. Ulrich Schneider,
über den KZ Verband Oberösterreich, einem der über 50 Verbände die im
Mauthausen Komitee Österreich (MKÖ) zusammenwirken, habe ich deine Nachricht
bekommen.
Nach Rücksprache mit dem Präsidenten des Comité International de Mauthausen,
Dipl. Jur. Dusan Stefancic in Ljubljana, der Eure Nachricht in den nächsten
Tagen bei einer gesamtslowenischen Konferenz der Widerstandskämpfer- und
Partisanenverbändehabe öffentlich machen wird, habe ich als ersten Schritt
Eure Nachricht an Dr. Raimund Fastenbauer, den Generalsekretär der
Österreichischen Israelitischen Kultusgemeinde (IKG) und an Univ. Prof. Dr.
Szabolcs Szita, ungarisches CIM Exekutivemitglied in Budapest weitergeleitet
und jeweils gefragt ob ihnen dieses schon bekannt sei.
Beide verneinten, Fastenbauer wird sofort einen geharnischten Brief an den
ungarischen Botschafter in Wien senden.
Szita, der die Situation in Ungarn genau kennt, hat die Sorge, dass im sehr
schlimm werdenden, erst beginnenden ungarischen Wahlkampf die Sache, wenn
nicht viele internationale Interventionen kommen, wenig Beachtung finden
wird.
Ich schlage dir daher vor, dass du mir wenn möglich, in den nächsten Tagen,
eine kurze Zusammenfassung eurer Erklärung in englischer Sprache
übermittelst, damit ich alle 20 CIM Mitgliederstaaten davon in Kenntnis
setzen kann.
Damit wären alle in der Lage eure Botschaft zu verstehen und an ihre
jeweilige nationale Presse zur Veröffentlichung weiterzuleiten.
Gut wären auch die Übermittlung von ein bis zwei Mailadressen von
Regierungspersönlichkeiten in Ungarn, die von den internationale Protesten
direkt erfahren sollten.
Mit solidarischen Grüssen vom Albert Langanke CIM Generalsekretär
2009. december 28.
1081 Budapest, Népszínház utca 27. I. 6. Tel.: 343-3900, fax: 343-3901, e-mail: measz@chello.hu
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